Gerald Maronde Das Interview – Teil 2 –

Erstellt am: 29.02.2016 | Von: Jörg Rheinfurth

Volleymania:   War es dein Traum im Ausland zu arbeiten oder hat es sich „so ergeben“?

Gerald Maronde:   Es war auf jeden Fall ein Traum, in Australien als Volleyball Trainer zu arbeiten; dass ich diese Möglichkeit dann sozusagen 2x bekommen würde, nämlich jeweils für ca. 2 1/2 Jahre als Co-Trainer der Männer-Nationalmannschaft und später der Frauen-Nationalmannschaft zu arbeiten, war sicherlich so nicht zu erwarten.

Volleymania:   Was sind deine größten sportlichen Erfolge?

Gerald Maronde:   In der Halle waren dies sicherlich  der Gewinn der „Bronze Medaille bei den Asien-Spielen 1997“, was zum damaligen Zeitpunkt der größte Erfolg in der Geschichte des Australischen Volleyball Verbandes war;
ebenfalls der damalige Erfolg (1997) mit der „Australischen Männer-Nationalmannschaft mit dem Gewinn des internationalen Turniers in Nordhorn“; das Einladungsturnier in Japan, dem sog. „Grand Champions Cup“, wo man sich mit den besten Teams der Welt messen durfte, zum damaligen Zeitpunkt, Weltliga-Sieger Brasilien, Olympia-Sieger Niederlande, Asien-Meister China, Ausrichter Japan und Australien, Qualifikation mit der „Australischen Frauen-Nationalmannschaft“ für die WM in Deutschland 2002. Im Beach waren dies die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Peking 2008 mit einem Frauen-Nationalteam (Okka Rau/ Stefanie Pohl) und einem Männer-Nationalteam (David Klemperer/ Eric Koreng) mit dem Erfolg des 9.Platzes bei den Frauen und dem 5.Platz bei den Männern, der Gewinn eines sog. „Open Turniers der FIVB“ in Marseille 2008  von Pohl/ Rau – zu dem Zeitpunkt das „erste deutsche Frauenteam, das jemals ein Turnier gewinnen konnte“, der Gewinn des „Europäischen Turniers der CEV“ in St.Pölden von Pohl/ Rau, der 4.Platz bei der WM in Stavanger (Norwegen) 2009 von Klemperer/ Koreng, der Gewinn eines sog. „Grand Slam der FIVB“ in Stavanger 2010 von Klemperer/ Koreng.

Volleymania:   Was sind deine sonstigen Interessen?

Gerald Maronde:   Familie, Kino, Haus und Garten, Internet Beach-/ Volleyball, Tennis, Badminton, Athletiktraining, Strandcafes.

Volleymania:   Wie hoch hast du eigentlicher selber gespielt?

Gerald Maronde:   Da ich schon relativ früh als Trainer angefangen hatte, habe ich ’nur‘ bis Regionalliga gespielt (damals noch 3.Liga) und mich auch schon mit 28 Jahren ’nur‘ noch auf das ‚Trainerdasein‘ beschränkt, tlw. ‚Spielertrainer‘ neben einer Trainertätigkeit.

Volleymania:    D.h. du wurdest direkt nach deiner SpoHo Zeit Trainer?

Gerald Maronde:   Nein, ich war schon vor und während meiner Spoho-Zeit als Trainer tätig.

Volleymania:   Wie viel hast du eigentlich in deiner Jugend in den Volleyballsport investiert?

Gerald Maronde:   Diese Frage lässt sich nicht so einfach in diesem Sinne beantworten, denn da ich relativ spät und durch Freunde zum Volleyball gekommen bin und in einem ‚kleinen Verein‘ begonnen habe, in dem es keine Jugendmannschaften gab, waren die Möglichkeiten eh sehr begrenzt; so stand dann auch nicht unbedingt eine leistungsorientierte Entwicklung verbunden mit Erfolgen im Vordergrund, sondern das ‚Zusammenkommen zum Training‘; da dies am Ende für mich nicht ausreichend war, habe ich relativ schnell den Verein gewechselt, wobei ich dann allerdings auch schon ziemlich direkt als Trainer eingestiegen bin, d.h., eine ‚Investition als Jugendspieler‘ hat es für mich eigentlich so nicht gegeben, da ich einerseits direkt im Seniorenbereich und andererseits direkt als Trainer angefangen hatte, was, zusammengerechnet, dann wiederum eine relativ ‚hohe Investition‘ bedeutete (Training geben und selber trainieren).

Volleymania: Wo sind die größten Unterschiede in der Zusammenarbeit bei Damen- und Herrenmannschaften?

Gerald Maronde:   Da gibt es natürlich einige, aber hauptsächlich in den Umgangsformen, in der Themenpriorität, in der Art und Weise zu kommunizieren.

Volleymania:   Welche Eigenschaften sollten die Jugendspielerinnen mitbringen um erfolgreich zu werden / sein?

Gerald Maronde:   Auch hier gibt es natürlich sehr viele, aber sollten auf jeden Fall die Folgenden vorhanden sein:- Lernbereitschaft, Lernfähigkeit, Zielstrebigkeit (Fokusierungsfähigkeit), Fehler-/ Toleranzbereitschaft, Kooperationsfähigkeit, Wille, Ehrgeiz, Bereitschaft zum „Athletiktraining“

Volleymania:   Gibt es ein ideales Einstiegsalter für VolleyballerInnen?

Gerald Maronde:   Ich denke, dass bei der Ausprägung der entsprechenden ‚Eigenschaften‘ (s.o./ s.u.), es durchaus auch zu einem späteren Zeitpunkt noch zu einer „Top-Entwicklung“ kommen kann. Aber natürlich möchte man als Vereinstrainer schon sehr gerne die Kinder im Grundschulalter mit entsprechenden allgemeinen Übungen auf ‚Volleyball‘ vorbereiten.

Volleymania:   Was treibt dich immer wieder an?

Gerald Maronde:   Die Übernahme von Verantwortung verbunden mit der Möglichkeit, die Entwicklung von jungen Spielerinnen zu begleiten und in gewissen Bereichen auch mit zu formen und zu beeinflussen; die Möglichkeit, hochmotivierte Spielerinnen auszubilden, verbunden mit der Hoffnung, sie später als „Top-Volleyballerin“ zu sehen; die Vielzahl an Möglichkeiten und Unterschiedenen bei der individuellen Entwicklung der Spielerinnen; durch unterschiedliche Konstellationen immer wieder neue Herausforderungen zu bekommen, sowohl in sportlichen als auch sozialen Bereichen.

Volleymania:   Hattest du früher mit Verletzungen zu kämpfen?

Gerald Maronde:   Glücklicherweise nur mit ‚minderen‘, d.h., Bänderrissen und Bänderdehnungen; diese haben mich zum Glück niemals für eine längere Zeit ‚außer Gefecht gesetzt‘ (max. 6 Wochen).

Teil 3 morgen an dieser Stelle